Parkinsongruppe
Bad Mergentheim
Telefon Tel.: 07135/1 38 30
e-Mail karin.74336@web.de

Heute will ich den James mal ganz links liegen lassen, obwohl diese Geschichte ohne ihn auch nicht zustande gekommen wäre.
Seit dem Anfang dieses Jahres habe ich die Leitung der hiesigen Regionalgruppe der Deutsche Parkinson Vereinigung e.V. übernommen, weil der James den bisherigen Leiter so in die Mangel genommen hat, dass er nicht einmal mehr gehen kann. Als ob er damit noch nicht genug gestraft wäre, starb seine Frau vor 3 Jahren an Krebs, und er hat sich den Krebs inzwischen auch eingefangen.
Wie dem auch sei, hier stand ich nun mit einer Gruppe von Senioren zwischen 60 und 80 Jahren und musste etwas auf die Beine stellen, damit die ca 50 Leute auch bei der Stange blieben.
Die Gruppe traf sich bisher im 2 Monats-Rhythmus, und ich sah keinen Grund, hiervon abzuweichen. Im Januar machten wir zum kennen lernen einen Sing- und Spielnachmittag mit Rätseln und Gehirnjogging..Im März kam ein ortsansässiger Internist und Badearzt, den mein Vize angesprochen hatte. Dieser erzählte uns sehr anschaulich und verständlich ( ohne Medizinerlatein) über die Anwendungsmög-lichkeiten der Heilquellen bei Morbus Parkinson, mit dem Ziel, die starken Medikamente zu reduzieren. Da die Parkis durch die Bank an schwerer Verstopfung leiden, tut sich hier für die Bad Mergentheimer Heilquellen, ein weites Feld auf, die alle vier eine verdauungsför-dernde Wirkung in unterschiedlichen Stärken haben, bis hin zur Albertquelle, dem "Schnellen Albert", bei dem du vor dem Trinken möglichst schon auf der Schüssel sitzen solltest,
Für den Mai hatten wir einen Halbtagesausflug geplant. Nach Rücksprache mit meinem Schwager, der sich hier auskennt, wie kein anderer, entschied ich mich für Gamburg, einen kleinen Qrt im Taubertal mit einer gewaltigen Burg auf dem höchsten Berg, Der Ort war nicht zu weit weg, konnte mit dem Bus in einer knappen Stunde erreicht werden, Der Burgherr, ein echter (?) Baron würde die Burgführung selbst übernehmen und war sogar bereit, die Rollstuhlfahrer in sinem PKW hinaufzufahren, da der Bus wegen der engen Zufahrt nicht bis ganz hinauf fahren konnte.
Hier nun mein ausführlicher Bericht über Parkis auf Achse,
Unser Halbtagesausflug nach Gamburg
am 9. Mai 2011

Die Idee, nach Gamburg zu fahren, stammte von meinem Schwager Gustav Zwicker, der ein profunder Kenner der Tauberfränkischen und Hohenlohischen Heimat ist. Hier gibt es nichts, was er nicht schon mit dem Fahrrad erkundet hat.
Nach Internetrecherchen über den Ort und die Burg schlug der Gedanke Wurzeln in meinen Überlegungen. Die Vorbereitungen, Telefongespräche mit dem Burgherren und dem empfohlenen Gasthof „Grüner Baum“ gestalteten sich zunächst schwierig, da der Montag offenbar in ganz Gamburg der Ruhetag ist. Mir lag aber daran, den Zweimonats-Rhythmus unserer Treffen nach Möglichkeit immer beizubehalten, denn daran sind unsere Mitglieder gewöhnt. Also der Burgbesitzer, Herr von Mallinckrodt, war sehr bald überzeugt, dass er für uns eine außerplanmäßige Führung machen könnte, und auch die Wirtsleute im „Grünen Baum“ unterbrachen ihren Ruhetag, um uns zu bewirten
Am Montag, dem 9, Mai trafen wir uns in Bad Mergentheim am Busbahnhof „Altstadt/Schloß“. Kurz vor 13 Uhr fuhr der Bus der Firma Ziegler aus Niederstetten pünktlich vor und brachte bereits vier Fahrgäste mit, die in Igersheim zugestiegen waren.Auch unsere Hauptgruppe, die jetzt in Bad Mergentheim zustieg, hatte schnell ihre Plätze eingenommen, die Rollatoren im Unterdeck verstaut und schon starteten wir in Richtung Tauberbischofsheim.
Unser Fahrer, Herr Ziegler sen. fuhr sein Fahrzeug mit der Routine aus vielen Jahren Erfahrung, hatte immer wieder einen Blick für kleine Sehenswürdigkeiten am Rande der Fahrstrecke und auch die Zeit, uns darauf aufmerksam zu machen und etwas dazu zu erzählen. Ein sehr angenehmer Mensch.
Unser nächster Halt war Unterbalbach, wo die Eheleute Schreiber zustiegen, Nach einem weiteren Halt in Tauberbischofsheim, wo Frau Pieper zustieg, ihren Rollstuhl hatten wir auch schnell verstaut, fuhren wir nun ohne weitere Unterbrechung bei strahlendem Wetter weiter und erreichten Gamburg gegen 14 Uhr.
Nun zeigte Herr Ziegler, was ein guter Busfahrer ist. Im rechten Winkel über die schmale Tauberbrücke musste er nur einmal kurz zuück rangieren, dann war dieses erste Hindernis überwunden. Nun aber ging es auf schmalster Schotterstrasse steil bergauf, und auch hier wartete wieder eine extrem enge Kurve auf uns, die unser Herr Ziegler aber auch mit sicherem Augenmaß meisterte. Nun waren wir da.Der Burgherr erwartete uns schon und fuhr die beiden meist behinderten, Frau Pieper und Frau Steinke, in seinem PKW das restliche Stück des Berges hinauf, wir anderen hatten keine Mühe, die kurze letzte Steigung bis zur Burg hinauf zu bezwingen.
Was nun folgte, war eine fast zweistündige Führung durch die Gamburg, die nie durch Krieg oder Feuersbrunst zerstört worden war, die aber im Laufe ihrer wechselvollen Geschichte durch Um- und Anbauten ganz allmählich sich von der wehrhaften Burg zu einem komfortablen Schloss gewandelt hatte. Umgeben von einem traumhaft schönen Garten ist sie ein echtes Juwel im Taubertal.
Nun aber, nach zwei Stunden Deutscher Geschichte, die der Burgherr aber so fesselnd zu erzählen wusste, dass es nie langweilig wurde, nun waren alle rechtschaffen hungrig und strebten wieder dem Bus zu. Dieser brachte uns sicher die steile Strasse hinunter, und wir fielen im Gasthaus zum „Grünen Baum“ ein, wo die Wirtsleute schon auf uns warteten. 24 Brotzeitteller standen bereit, um von uns vertilgt zu werden.
Auch an der Tafelmusik fehlte es nicht, denn meine beiden Schwäger hatten ihre Instrumente mitgebracht, und ich gesellte mich mit der Gitarre noch dazu. So ließen wir in bester Stimmung den Tag bei Speis und Trank ausklingen, um dann gegen 18,30 Uhr wieder die Heimfahrt anzutreten.
Herzliche Verabschiedung, sogar mit Gesang, an allen Unterwegs-Stationen .Frau Pieper war diesmal die erste in TBB, dann gingen die Schreibers von Bord, dann die meisten in MGH Altstadt. Meine Schwäger, meine Frau und ich durften bis zum Mörike-Haus mitfahren, weil wir dort unser Auto abgestellt hatten.Dann verschwand der Bus um die nächste Ecke, und unser Ausflug hatte ein harmonisches Ende gefunden.Allgemeines Fazit: Schön wars, und wir werden wiederholen.